Archiv des Autors: dokfilmwoche

I Want to See the Manager

Deutschland, Italien 2014, 93 Min., OmU
Regie: Hannes Lang, Kamera: Thilo Schmidt, Schnitt Stefan Stabenow

Nach einem Blick auf diesen Planeten, stellt sich William S. Burroughs in einem Zitat vor, das dem Film voran steht, würden außerirdische Besucher verlangen: „I want to see the manager.“ Der Film betrachtet die Welt globalisierter Ökonomie mit der Verwunderung extraterrestrischer Anthropologen, ohne sich in seiner Suche nach Erkenntnis auf die Anrufung einer durchgreifungsfähigen Autorität zu verlassen. Weiterlesen

Macht ohne Kontrolle – Die Troika

Deutschland 2015, 90 Min. Regie: Arpad Bondy, Harald Schumann, Kamera: Axel Schneppat, Schnitt: Arpad Bondy

Die Vorführung ist eine Sonder-Solidaritätsveranstaltung. Die Einnahmen möchten wir dem Verein „Förder- und Freundeskreis Elliniko e.V.“ spenden, der eine Krankenstation in Athen unterstützt.

Mit einer Einführung von Pascal Beucker, Journalist und Publizist

Wir danken den beiden Regisseuren Arpad Bondy und Harald Schumann, der Edition Salzgeber, Pascal Beucker und unserem Medienpartner Jungle World für ihre Unterstützung.

Harald Schumann und Arpad Bondy reisen nach Griechenland, Spanien, Portugal, Irland und Zypern und fragen nach den bisherigen Wirkungen und Auswirkungen der von den drei Institutionen EZB, IWF und Europäischen Kommission diktierten Sparprogrammen. Weiterlesen

Ricardo Bär

Argentinien, Deutschland 2013, 93 Min., Omengl.U
Regie: Gerardo Naumann, Nele Wohlatz, Kamera: Lucas Gaynor, Schnitt: Felipe Guerrero

Ein junger Mann Anfang zwanzig, der in seiner engmaschigen Baptisten-Gemeinde Prediger werden möchte, lebt in einer entlegenen Ecke Argentiniens, wo die Leute eine Mischung aus Spanisch und Brasilianisch sprechen. Die Filmemacher begegnen dem Titelheld an einer Tankstelle und finden einen Protagonisten. Weiterlesen

Pfarrer

Deutschland 2014, 90 Min., deutsch
Regie: Chris Wright, Stefan Kolbe, Kamera: Stefan Kolbe, Schnitt: Chris Wright

Gibt es Bilder der Transzendenz? Im evangelischen Predigerseminar der Lutherstadt Wittenberg übt sich eine Gruppe von jungen Menschen um die Dreißig darin ein, den Schritt von der theologischen Theorie in die pastorale Praxis zu gehen. Weiterlesen

Private Revolutions

Österreich 2014, 98 Min., arabisch, englisch mit dt. UT
Regie: Alexandra Schneider, Kamera: Sandra Merseburger, Alexandra Schneider, Schnitt:
Alexandra Löwy

Vier Frauen in Kairo: May hat eine ansehnliche Karriere als Bankerin hingeschmissen, um sich für eine kulturelle Renaissance ihrer Heimat Nubien einzusetzen. Amani betreibt einen Radiosender für Frauen und hat einen Verlag, der so wie das Radio versucht, Frauen eine Stimme zu geben, für die es in der ägyptischen Gesellschaft lange Zeit kein Medium gab. Fatema zieht drei Kinder groß, macht einen Master in Politikwissenschaft und glüht für die Sache der Muslimbruderschaft, wo sie aktiv engagiert ist. Sharbat stand Tag für Tag auf dem Tahrir Platz, im Protest gegen das Militär, das früher ihr Arbeitgeber war. Weiterlesen

Ruhr Record

Deutschland 2014, 45 Min., deutsch
Regie, Kamera: Rainer Komers, Schnitt: Bert Schmidt
dazu: B 224
Deutschland 1999, 23 Min., deutsch
Regie, Kamera: Rainer Komers, Schnitt Bert Schmidt
& Seseke classic
Deutschland 2010, 5 Min., deutsch
Regie, Kamera: Rainer Komers, Schnitt: Florian Pawliczek

RUHR RECORD reiht Förderbänder, die Familien auf Sommerrodeln den Hang hinaufziehen an Förderbänder, die Kohle aus der Tiefe transportiert. Eröffnung von Einkaufszentren an die Schließung von Zechen. Zeigt Blindenschach und Fotoshootings, liest die Schrift an den Wänden und befragt die Arbeit nach dem Bild, das sie gibt. Weiterlesen

Ruina

Deutschland 2014, 73 Min., OmU
Regie, Schnitt: Markus Lenz, Kamera: Markus Lenz, Leonardo Acevedo

Im Zentrum von Caracas steht das Centro Financiero Confinanzas, als Bankenzentrum geplant, 200 Meter hoch, und nur zum Teil fertiggestellt. Hinterlassenschaft der venezoelanischen Bankenkrise von 1993/94: eine Investitionsruine. Weiterlesen

Rules of the Game

Frankreich 2014, 106 Min., französisch mit engl. UT
Regisseur: Claudine Bories, Patrice Chagnard, Kamera: Patrice Chagnard, Schnitt: Stéphanie
Goldschmidt

Im französischen Lille, wo bruchlose Arbeitsbiographien rarer geworden sind, als es ohne hin schon die Norm ist, versucht eine Personalagentur junge Arbeitssuchende auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt zu trainieren. Weiterlesen

Souvenir

Deutschland 2014, 85 Min., deutsch
Regie: André Siegers, Kamera: Tanja Häring, Alfred D., Schnitt: David Siegers, Ute Adamczewski

Am Anfang erzählt der Film von einem Gang auf’s Eis und dem Verschwinden seines Protagonisten. Alfred D. arbeitet für die Friedrich-Ebert-Stiftung in einer ambivalenten Mission als Verbreiter von Demokratie mit häufig wechselndem Wohnsitz und stetig auf Reisen um die Welt. Weiterlesen

Städtebewohner

Deutschland 2014, 87 Min., mexikanisches Spanisch mit dt. Untertiteln
Regie: Thomas Heise, Kamera: Robert Nickolaus, Schnitt: Mike Gürgen, Mitarbeit: Christian Haardt

Thomas Heises Film „spielt“ in einem Jugendgefängnis von Mexico City. Hier leben etwas über zweihundert Gefangene, Straftäter, die als Jugendliche verurteilt wurden und als Erwachsene diesen Ort nach maximal fünf Jahren verlassen werden. Ein Viertel ihres bisherigen Lebens, keiner über dreiundzwanzig. Weiterlesen

Stop the Pounding Heart

USA, Belgien, Italien 2013, 100 Min., englische OV
Regisseur: Roberto Minervini, Kamera: Diego Romero Suarez-Llanos, Schnitt: Marie-Hélène Dozo

Elf Geschwister, eine Ziegenfarm, irgendwo tief in Texas, die Arbeit am Hof und mit den Tieren, Ziegenkäse verkaufen auf Wochenmärkten, Heimunterricht bei den christlich fundamentalistischen Eltern und die Annäherung an den Jungen von nebenan, der ein Rodeo Star werden soll, ein Weltbild, das alle Wege als vorherbestimmt kennt, und einen Schöpfungsplan, der Frauen das Glück der Unterordnung in Aussicht stellt. Weiterlesen

Those who go those who stay

Österreich 2013, 75 Min., OmU
Regie: Ruth Beckermann, Kamera: Johannes Hammel u.a., Schnitt: Ruth Beckermann, Dieter
Pichler

Im Werk der Dokumentaristin ist Ruth Beckermanns neunter Langfilm zugleich ein reflexiver Moment wie ein Schritt ins Freie. Vignetten und Portraits, Geschichten vom Fortgehen, vom Gehen müssen, vom trotzigen Hierbleiben und vom selbstzufriedenen Verharren im Wir-sind-Wir. Neue Begegnungen und am Wegesrand früherer Arbeiten Aufgelesenes. Weiterlesen

Toto and his sisters

Rumänien 2014, 93 Min., rumänisch mit engl. UT
Regie, Kamera: Alexander Nanau, Schnitt: George Cragg, Alexander Nanau, Mircea Olteanu

Die Kamera registriert, wo Worte schnell versagen: drei Kinder in einer Wohnung ohne fließendes Wasser, am Rand von Bukarest auf sich allein gestellt, Kinder, die in ihren Kleidern auf einer Couch schlafen, während sich der Onkel daneben einen Schuss setzt. Die Schule ist für alle ein schwieriger Ort. Toto ist 10 und hat Freude am Tanzen, Ana ist 17 und rutscht immer mehr in die Welt ihrer Onkel ab, Andreea ist 14 und beginnt zu begreifen, welche Rolle ihr dieses Leben abverlangt. Weiterlesen

Die Unsichtbaren

Deutschland 2014, 78 Min., dt., engl., arab., franz., swahili mit dt. UT
Regie: Benjamin Kahlmeyer, Kamera: Stefan Neuberger, Schnitt: Sabine Herpich

Eine Ankunft in Deutschland: Gänge vorbei an Wachposten, Kontrollen, Belehrungen und Einweisungen. Das Vermessen der Körper, Identifizierung über Fingerabdrücke, Kategorisierungen nach der Maßgabe behördlicher Handlungsmöglichkeiten. Befragungen, Ausleuchtungen und Überprüfungen von Lebensgeschichten, Sortierung legitimer und illegitimer Gründe, ein Leben in der BRD zu suchen. Weiterlesen

Wenn es blendet, öffne die Augen

Österreich 2014, 75 Min., russisch mit dt. UT
Regie: Ivette Löcker, Kamera: Frank Amann, Schnitt: Michael Palm

In einer winzigen Wohnung in St. Petersburg: Zwei ausgezehrte Körper, gezeichnet von Jahren der Drogen- und Substitutabhängigkeit. Zwei Menschen in zärtlicher Fürsorge und bitterem Zank. Zwei Lebensläufe zwischen Kommunismus und Kapitalismus in Fragmenten erzählt. Weiterlesen

Neuland

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Schweiz 2013, 92 Min., Regie: Anna Thommen, Kamera: Gabriela Betschart, Schnitt: Andreas Arnheiter, Anna Thommen

Sie kommen aus Afghanistan, aus Serbien oder aus Venezuela, sie kamen mit einem Linienflug, oder einem Schlauchboot über das Mittelmeer, sie kamen mit den Eltern, mit Geschwistern und – gar nicht so selten – alleine. Jetzt sind sie in Basel, in der Schweiz, zusammen in einer Klasse, in der sie Deutsch (beziehungsweise – um der Integration willen: Schwyzerdütsch) lernen sollen. Herr Zingg wird in dieser „Integrationsklasse“ für zwei Jahre ihr Lehrer sein. Die Regisseurin Anna Thommen hat während dieser Zeit die Geflohenen bei ihrem Bemühen, Fuß zu fassen, porträtiert und dem Lehrer bei der Arbeit zugesehen. Idealistisch und pragmatisch, immer wieder bemüht, mal vorausschauend, mal hilflos, Umgang zu finden mit dem, was nicht vorm Schultor halt macht: Die Realitäten der Flucht und ihrer Gründe, die Narben, die sie hinterlassen, und nicht zuletzt, dass die großzügige liberale Rede davon, nach der jeder es schaffen kann, wenn sie sich nur mühen, der Realität gerade nicht entspricht.

□ Sa. 30.8. – 15:30 – Sputnik Kino
□ Mi. 3.9. – 20:00 – fsk Kino

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Mein Vater und die Fledermaus

Mein Vater & die Fledermaus

D 2014, 81 Min., Regie, Kamera: Thomas Moritz Helm, Schnitt: Elena Weihe

Zwei Geschichten erzählt der Film: von einem Theater und Opern-Regisseur, der sich für einige Zeit vom Bühnenleben auf das (französische) Land zurückgezogen hat, länger als ursprünglich geplant, dort eigenhändig ein Haus renoviert, und nun für eine Inszenierung der Fledermaus für ein paar Wochen an die Hamburger Kammeroper kommt. Und die Geschichte eines langen fernen Vaters und eines Sohnes, der Fragen hat. Oswald Lipfert ist der Opern-Regisseur und Thomas Moritz Helm ist sein Sohn. Es ist ein vorsichtige Annäherung über Umwege, zwei Erwachsene, die sich durch ihre Arbeit erfahren. In geduldiger Nähe beobachtet der Sohn das Leben, dessen Versprechungen zu groß waren, um den Vater bei der Familie zu halten. Ein liebe- und humorvolles Bild einer schwierigen Beziehung.

□ Fr. 29.8. – 18:00 – Sputnik Kino  Filmgespräch mit Thomas Moritz Helm im Anschluss
□ So. 31.8. – 15:30 – fsk Kino  Filmgespräch mit Thomas Moritz Helm im Anschluss

TRAILER: MEIN VATER UND DIE FLEDERMAUS (MY FATHER AND THE BAT) from Casque on Vimeo.

Journey to the West

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Frankreich / Taiwan 2013, 56 Min, Regie: Tsai Ming-liang, Darsteller: Lee Kang-sheng, Denis Lavant, Kamera: Antoine Heberlé, Schnitt: Lei Shen Qing

Ein Mönch (Lee Kang-sheng) geht sehr, sehr – fast schon schmerzlich – langsam, achtsam und mit großer Konzentration durch Marseille, manchmal in Begleitung von Denis Lavant. Mal kann man das sich verändernde Licht, das Vorbeihuschen der Passanten (als würden gerade zwei Filme in einem Bild gezeigt) bestaunen, dann wieder muss der Mönch und seine Ruhe in der wuseligen Umgebung geradezu gesucht werden.

Eigentlich eine Mogelpackung in einer Dokumentarfilmreihe: Der Film ist durchweg inszeniert, kann aber auch als abgefilmte Performance gesehen werden. Jedenfalls eine Gelegenheit, den seltsamen, tollen Film gleich zweimal zeigen zu können.

□ So. 31.8. – 18:00 – fsk Kino
□ Mo. 1.9. – 20:00 – fsk Kino

Berlinale