Hotline

Israel, Frankreich 2015, 99 Min., OmeU
Regie, Kamera: Silvina Landsmann
Schnitt: Silvina Landsmann, Gil Schnaiderovich

Mit ruhig vorgetragenen Argumenten versucht eine Frau einer aufgebrachten Anwohner*innen-Versammlung entgegenzutreten, soziale Ängste, Ressentiments und Vorwürfe fliegen durch den Saal. Die Frau gehört zu Hotline, eine kleine, vorwiegend von Frauen betriebene NGO, die sich in der israelischen Flüchtlingspolitik engagiert. Sie fungiert zum einen als Anlaufstelle für, zumeist aus Afrika kommenden, Menschen ohne Papiere, die über die Sinai Grenze Israel erreichen und denen nach israelischem Recht, dass jeden illegalen Grenzübertritt als Verbrechen einstuft, Gefängnis droht, und zum anderen als Lobbyorganisation gegenüber staatlichen Stellen. Silvina Landsmann konzentriert sich in ihrem Portrait nicht auf die Geschichten der Geflüchteten, auch wenn deren Erschöpfung und Verzweiflung in den Beratungsgesprächen immer wieder spürbar wird. Sie versucht stattdessen etwas Systemisches ins Bild zu bekommen, die Analyse eines politischen Migrationsregimes. Zugleich ist der Film die Beobachtung eines diskursiven Kampfes: in unbeirrbaren Diskussionen mit einer aufgebrachten Öffentlichkeit, Hintergrundgesprächen mit Expert*innen und bei Anhörungen vor Parlamentsausschüssen setzt HOTLINE auf die Macht des Wortes.

□ Mo., 5.9., 20.00  Sputnik Kino
□ Di., 6.9., 18.00  fsk Kino

Webseite

Trailer „Hotline“ from Silvina Landsmann on Vimeo.

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