Furusato

Deutschland, USA 2016, 94 Min., japan. OmU
Regie: Thorsten Trimpop
Kamera: Thorsten Trimpop
Schnitt: Stefan Oliveira-Pita, Daniel Mooney

Ein feiner schwarzer Staub ist das konkreteste Artfakt einer meist unsichtbaren Bedrohung, das wilde Stakkato des Geigerzählers macht sie wahrnehmbar. Der Staub findet sich auf Straßen, Wiesen und Gebäuden in der japanischen Ortschaft Minamisōma, unweit des havarierten Atomkraftwerks Fukushima. Trotz aller Gefahr sind Menschen dorthin zurückgekehrt, wo sie ihr ganzes Leben, zum Teil seit vielen Generationen, verbracht haben und bleiben wollen. Tempel werden in Stand gehalten, Pferde, denen schon die Strahlenkrankheit zusetzt, gepflegt, ein Aktivist versucht zu helfen und klagt zugleich an, ein Mitarbeiter des staatlichen Energiekonzerns will Rechenschaft ablegen. Im Nachbeben der Katastrophe vermisst FURUSATO ein Verhältnis zwischen Technologie und dem, was man so Leben nennt. Eine Abschreitung zweier Landschaften, einer äußeren Natur, deren Beschädigung sich nur mittelbar manifestiert, und einer inneren in Aufruhr, Betrachtungen zwischen Halbwertszeit und menschlicheren Dimensionen von Vergänglichkeit.

□ Do., 31.8., 18.00 Sputnik Kino
□ Mo., 4.9., 20.15 fsk Kino

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