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dokfilmwoche 2016

Vom 1. bis zum 7.9. findet die vierte Ausgabe der Dokfilmwoche statt, wie in den letzten Jahren wieder in Zusammenarbeit mit dem Sputnik Kino. Das diesjährige Programm umfasst 14 Filme, die auf unterschiedliche Weise Politisches und Privates miteinander in Beziehung setzen: Chantal Ackermans Film No Home Movie über ihre Mutter; Starless Dreams, der den Alltag in einem Mädchengefängnis im Iran zeigt; Miete essen Seele auf am Kotti; Lampedusa im Winter – hier nur vier von 14, das vollständige Programm dann im Dokfilmprogrammheftchen und hier auf unserer Homepage.

 

Die dokfilmwoche 2015 fand vom 27. August – 2. September statt.

Zum dritten Mal zeigt das fsk Kino (erneut in Zusammenarbeit mit dem Sputnik Kino) dieses Jahr eine Woche lang aktuelles dokumentarisches Kino. Wie schon in den vorangegangenen Ausgaben kennt die Dokfilmwoche keine engere Programmatik, sondern versammelt aktuelle Entwürfe dokumentarischen Arbeitens: Filme, die sich auf die Welt und die Welt auf sich beziehen. Dass der Blick dabei oft auf periphere Bereiche fällt oder den Zentren aus peripheren Blickwinkeln neue Wahrheiten entlockt werden, ist einem Kino geschuldet, das sein Engagement immer auch als eines der Form und seine Politik immer auch als eine des Bildes versteht.

Benjamin Kahlmeyer portraitiert das Leben von Geflüchteten, die in einem deutschen Niemandsland zwischen physischer Präsenz und rechtlicher Abwesenheit verharren (DIE UNSICHTBAREN). Thomas Heises STÄDTEBEWOHNER sind in einem Jugendgefängnis in Mexiko Stadt zugleich Teil einer Gesellschaft und von ihr ausgeschlossen. Vier Menschen aus der Hochhaussiedlung AM KÖLNBERG, in der landet wer es schwer hat, andere Orte zu finden, folgen Robin Humboldt und Laurentia Genseke über zwei Jahre lang. Claudine Bories und Patrice Chagnard zeigen den Versuch einer Beraterfirma, vom Bildungssystem abgehängten jungen Menschen die RULES OF THE GAME für ein Überleben im zeitgenössischen Kapitalismus beizubringen. Der Welt einen anderen Sinn zu geben, bemühen sich die PFARRER (und Pfarrerinnen), die Stefan Kolbe und Chris Wright in ihrer Ausbildung in der Lutherstadt Wittenberg begleiten.

In leisen Tönen zeigt STOP THE POUNDING HEART von Roberto Minervi eine junge Frau im tiefen (und tief christlichen) Süden der vereinigten Staaten in ihrem Ringen mit Gefühlen, deren Legitimität ihre Erziehung nicht voraussetzt.

TOTO AND HIS SISTERS – Andreea und Ana -, leben am Stadtrand von Bukarest. In der Abwesenheit beider Eltern und einer Umgebung, die nicht ihr Bestes will, beschreibt Alexandre Nanău eine Kindheit, in der sich Leben gegen Überleben behaupten muss. An einem anderen Ende der Welt, in den Bergen um Lesotho, erzählt Teboho Edkins von einem anderen COMING OF AGE einer Gruppe von Jugendlichen am Scheidepunkt von Kindheit und Erwachsenwerden, zwischen Tradition und Moderne. WENN ES BLENDET, ÖFFNE DIE AUGEN verlässt nur für kurze Momente die Wohnung eines drogenabhängigen und HIV-positiven Paares in Sankt Petersburg. In dem klaustrophobischen Raum gelingt Ivette Löcker dabei eine eindringliche Momentaufnahme der russischen nach-Perestroika Gesellschaft. Der kataklysmischen Geschichte seiner eigenen Familie spürt Jonas Rothländer nach und stellt dabei die Frage, was das bedeuten mag: FAMILIE HABEN.

Ökonomie und Krisengeschichte schreiben Hannes Lang, weltumspannend in großen Tableaus aus Orten, die man Schwellenländern nennt (I WANT TO SEE THE MANAGER), und Markus Lenz als Mikrogeschichte aus einem nur halb fertiggestellten Bankenturm, in dem sich eine eigene kleine Stadt aus Hausbesetzern eingenistet hat (RUINA).
Harald Schumann und Arpad Bondy reisen nach Griechenland, Spanien, Portugal, Irland und Zypern und fragen nach den bisherigen Wirkungen und Auswirkungen der von den drei Institutionen EZB, IWF und Europäischen Kommission diktierten Sparprogrammen (MACHT OHNE KONTROLLE).

Vier junge Frauen aus Ägypten, in einer Gesellschaft die sich in Umbruch und Aufruhr befindet, portraitiert Alexandra Schneider in ihren Versuchen, andere Wege zu gehen und neue Schneisen zu schlagen: PRIVATE REVOLUTIONS.

Found-Footage Arbeiten, die in der Montage ihres Materials die privaten Unterseiten von Verwerfungen der Nachkriegsgeschichte nachzeichnen (FLOTEL EUROPA von Vladimir Tomic, SOUVENIR von André Siegers), stehen neben einem Film, der mit seinen Protagonistinnen die Entstehungsgeschichte eines prekären Portraits inszeniert (RICARDO BÄR von Nele Wohltaz und Gerardo Naumann). Ruth Beckermann wiederum denkt in ihrer jüngsten Arbeit in offener und essayistischer Form über Leben nach, die sich – freiwillig wie unfreiwillig – über und zwischen den Kontinenten erstrecken (THOSE WHO GO AND THOSE WHO STAY).

Und einer Region, die Laboratorium der industriellen wie postindustriellen Gesellschaft ist, setzt Rainer Komers ein so inniges wie symphonisches Denkmal: RUHR RECORD.

19 Filme, die alle für sich stehen, und die sich dennoch zwischen intimen Räumen von Wohnung und Familie, den weiten Zusammenhängen globaler Ökonomie und den nachwirkenden Brüchen der Geschichte des 20. Jahrhunderts zu einem Streifzug durch die Unruhezone der Gegenwart fügen.

Macht ohne Kontrolle – Die Troika
D 2015, 90 Min.
Regie: Arpad Bondy, Harald Schumann
Kamera: Axel Schneppat
Schnitt: Aprad Bondy
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Flotel Europa
Dänemark / Serbien 2015, 70 Min, OmenglU
Regie: Vladimir Tomic
Schnitt: Srdjan Keca  Trailer

Am Kölnberg
Deutschland 2014, 89 Min., deutsch
Regie: Robin Humboldt, Laurentia Genske, Kamera: Johannes Waltermann u.a., Schnitt: Carina Mergens  Trailer

Familie Haben
Deutschland 2015, 137 Min., deutsch
Regie, Kamera: Jonas Rothlaender, Schnitt: Dietmar Kraus
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Rules of the Game
Frankreich 2014, 106 Min., französisch mit engl. UT
Regisseur: Claudine Bories, Patrice Chagnard, Kamera: Patrice Chagnard, Schnitt: Stéphanie
Goldschmidt  Trailer

Ruhr Record
Deutschland 2014, 45 Min., deutsch
Regie, Kamera: Rainer Komers, Schnitt: Bert Schmidt
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dazu: B 224
Deutschland 1999, 23 Min., deutsch
Regie, Kamera: Rainer Komers, Schnitt Bert Schmidt
& Seseke classic
Deutschland 2010, 5 Min., deutsch
Regie, Kamera: Rainer Komers, Schnitt: Florian Pawliczek

Städtebewohner
Deutschland 2014, 87 Min., mexikanisches Spanisch mit dt. UT
Regie: Thomas Heise, Kamera: Robert Nickolaus, Schnitt: Mike Gürgen
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Coming of age
Südafrika, Deutschland 2015, 63 Min., OmU
Regie: Teboho Edkins, Kamera: Samuel Lahu, Schnitt: Rune Schweitzer
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Pfarrer
Deutschland 2014, 90 Min., deutsch
Regie: Chris Wright, Stefan Kolbe, Kamera: Stefan Kolbe, Schnitt: Chris Wright
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Stop the Pounding Heart
USA, Belgien, Italien 2013, 100 Min., englisch
Regisseur: Roberto Minervini, Kamera: Diego Romero Suarez-Llanos, Schnitt: Marie-Hélène Dozo
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Ricardo Bär
Argentinien, Deutschland 2013, 93 Min., OmenglU
Regie: Gerardo Naumann, Nele Wohlatz, Kamera: Lucas Gaynor, Schnitt: Felipe Guerrero
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Souvenir
Deutschland 2014, 85 Min., deutsch
Regie: André Siegers, Kamera: Tanja Häring, Alfred D., Schnitt: David Siegers, Ute Adamczewski
Ausschnitt

Toto and his sisters
Rumänien 2014, 93 Min., rumänisch mit engl. UT
Regie, Kamera: Alexander Nanau, Schnitt: George Cragg, Alexander Nanau, Mircea Olteanu
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Ruina
Deutschland 2014, 73 Min., OmU
Regie, Schnitt: Markus Lenz, Kamera: Markus Lenz, Leonardo Acevedo
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I Want to See the Manager
Deutschland, Italien 2014, 93 Min., OmU
Regie: Hannes Lang, Kamera: Thilo Schmidt, Schnitt Stefan Stabenow
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Die Unsichtbaren
Deutschland 2014, 78 Min., dt., engl., arab., franz., swahili mit dt. UT
Regie: Benjamin Kahlmeyer, Kamera: Stefan Neuberger, Schnitt: Sabine Herpich
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Private Revolutions
Österreich 2014, 98 Min., arabisch, englisch mit dt. UT
Regie: Alexandra Schneider, Kamera: Sandra Merseburger, Alexandra Schneider, Schnitt:
Alexandra Löwy
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Those who go those who stay
Österreich 2013, 75 Min., OmU
Regie: Ruth Beckermann, Kamera: Johannes Hammel u.a., Schnitt: Ruth Beckermann, Dieter
Pichler
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Wenn es blendet, öffne die Augen
Österreich 2014, 75 Min., russisch mit dt. UT
Regie: Ivette Löcker, Kamera: Frank Amann, Schnitt: Michael Palm
Trailer

 

 

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