Homo Sapiens

Österreich 2016, 94 Min., ohne Dialog

Regie, Kamera: Nikolaus Geyrhalter
Schnitt: Michael Palm

Es dauert eine Weile bis sich der Verstand zurechtfindet, in dem was das Auge vorfindet. Einkaufszentren, bei denen sich die Grenze von innen und außen auflöst, Wohnkomplexe, die unbewohnbar geworden sind, eine Achterbahn, halb versunken im Meer, Gotteshäuser die zum Himmel offenstehen, und nirgends ein Mensch. HOMO SAPIENS präsentiert in langsamen, sorgfältigen Tableaus Stätten des Verfalls, Orte, die zu ganz unterschiedlichen Zwecken von Menschen geschaffen, bevölkert und genutzt wurden und die aus wiederum ganz unterschiedlichen, katastrophischen, ökonomischen, demographischen, Gründen aufgegeben und verlassen daliegen, teils plötzlich, mit noch lesbaren Spuren der rezenten Nutzung, teils erodierend, und immer ist die Natur dabei, sich einzuverleiben, was noch bleibt. Die Bilder fügen sich zu einer unheimlichen Zone, die von menschlichen Bestrebungen spricht und ihrer Prekarität, werden Science Fiction als Blick auf eine posthumane Zukunft. Schönheit und Schaudern genießen im Werk von Nikolaus Geyerhalter schon immer eine große Nähe, in HOMO SAPIENS wird diese Nähe auf eine nochmal ganz neue Art sinnfällig.

□ Do., 1.9., 20.00  fsk Kino
□ Di., 6.9., 18.00 Sputnik Kino

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