Ricardo Bär

Argentinien, Deutschland 2013, 93 Min., Omengl.U
Regie: Gerardo Naumann, Nele Wohlatz, Kamera: Lucas Gaynor, Schnitt: Felipe Guerrero

Ein junger Mann Anfang zwanzig, der in seiner engmaschigen Baptisten-Gemeinde Prediger werden möchte, lebt in einer entlegenen Ecke Argentiniens, wo die Leute eine Mischung aus Spanisch und Brasilianisch sprechen. Die Filmemacher begegnen dem Titelheld an einer Tankstelle und finden einen Protagonisten. Ein Deal wird mit der religiösen Gemeinschaft des Dorfes geschlossen, um ihren anfänglichen Widerstand gegen den Dreh zu überwinden: Vormittags Mitarbeit auf dem Feld, am Nachmittag Filmen und Ricardo soll ein Stipendium das Theologiestudium in der Hauptstadt ermöglichen. Damit vollzieht der Film eine doppelte Bewegung: Unter dokumentarischer Regie spielt ein junger Mensch sein eigenes Leben und zugleich sieht sich der Film bei seiner eigenen Entstehung so. In den Fokus kommt so nicht nur ein behutsames Einblick in eine abgeschiedene Kultur, der Film reflektiert seine eigenen praktischen Voraussetzungen und ethischen Entscheidungen.

□ Sa., 29.8. 16.00  fsk Kino
Di., 1.9. 18.00 Sputnik Kino