Dreaming under Capitalism

Was man sieht: Einen Nachthimmel, und die Straßen darunter, Bürofassaden, hinter denen manchmal noch gearbeitet wird, Räume und Orte, auch bei Tag, deren Gestaltung funktional ist, ausgelegt auf die Produktion materieller und immaterieller Güter. Was man hört: Erzählungen von Träumen, assoziative Bilder, Geschichten und Interpretationen. Zwölf Menschen sprechen in Sophie Bruneaus Film von der nächtlichen Heimsuchung durch das Arbeitsleben, manche als Voice Over aus dem Off, manche im Bild. In einer subtilen Montage, die nicht auf einfache Effekte aus ist, durchdringt Dreaming under Capitalism die glatten und glänzenden Oberflächen des neoliberalen Kapitalismus und legt das Unbewusste einer Ökonomie frei, deren (de)formiernden Kräfte vom Körper auf die Psyche überspringen. In den Händen der ausgebildeten Anthrolopologin Bruneau entsteht daraus ein essayistischer Horrorfilm der die Schrecken der schönen neuen Arbeitswelt in wahrhaft un-heimlichen Bildern bannt.

Im Anschluss an die Vorführung am 4.9. findet ein Gespräch mit der Literaturprofessorin Barbara Hahn statt.

Belgien 2017, 63 Min., frz. OmeU
Regie: Sophie Bruneau
Kamera: Johan Legraie, Hichame Alaouié, Pierre Choqueux, Maxime Fuhrer
Schnitt: Philippe Boucq

□ Fr. 31.8., 20:15 Sputnik Kino
□ Di., 4.9., 18.00 fsk Kino (zu Gast: Barbara Hahn, Professorin für Literatur)