Portrait of a Lone Farmer

DE 2013, 76 Min., Englisch, Yourba, Dänisch OmU
Regie & Kamera: Jide Tom Akinleminu
Schnitt: Nelia Szekely, Chris Wright

Mein Vater hatte mir einmal versucht zu erklären, daß seine Entscheidung in Nigeria zu leben, weit entfernt von seiner Familie in Dänemark, die richtige für ihn ist, trotz des grossen Schmerzes der Einsamkeit. Ich dachte, wenn ich seine Wege und Entscheidungen verstehen könnte, würde ich eigene Wege besser legen können. Ich besuche ihn auf seiner Farm, die nahe dem Dorf seiner Herkunft liegt und beobachte ihn in seinem für mich fremden Alltag. Ein fast märchenhaftes Reich mit Königen und Häuptlinge, gefühlt abgeschlossen vom Rest der Welt. Für eine kurze Zeit leben wir zusammen, zwei arbeitende Männer. Er mit seinen Hühnern, ich mit meiner Kamera. Dies ist ein reflektive und persönliche Erzählung. Eine Zusammenstellung von Eindrücke von dem Land meines Vaters und sein Vaters. Ein kleines Dorf umgeben von riesigen, Berg-artigen Steinen, zu dem die Zivilisation erst recht spät gekommen ist. Nach vorne zu blicken wirkt unüberschaubar, deswegen der Blick nach hinten. Dort sehe ich das manche Dinge sich nie ändern und dass wirkt auf mich fast beruhigend. Endlich die Möglichkeit von etwas Konstantes, etwas woran man sich festhalten kann. Die einfache Zeit zusammen verbracht mit meinem Vater, führt zu Spiegelungen auf einander. Er sieht sein Vater in mir und ich sehe mich in ihm. Wenn wir versuchen über Lebensentscheidungen zu reden, ist es als ob die Zeit steht Still und es gibt keine Richtung in die man sich bewegen kann. Man kann als Mensch nicht ändern woher man kommt und aber vielleicht nicht mal entscheiden wohin man geht?

Vorstellung:

So., 13.3.2022 · fsk-Kino – 16:00 [Tickets]