Schlagwort-Archive: Arbeitswelten

Andere Welt

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D 2013, 79 Min., Regie: Christa Pfafferott, Kamera: Eva Katharina Bühler, Schnitt: Christa Pfafferott, Anke Wiesenthal

Zäune, Tore, Mauern, Sicherheitsschleusen, Kameraüberwachung, eine Computer-gesteuerte Gesichtserkennung. Innen und außen sind hermetisch geschieden. Drinnen ist eine andere Welt. Drinnen ist eine geschlossene Klinik für forensische Psychiatrie, drinnen sind einerseits die Frauen, für die sie ein unfreiwilliges, und wenn es gut geht, vorübergehendes Zuhause ist, und jene, für die sie ein Arbeitsplatz ist. Christa Pfafferotts Film interessiert sich für beide und die Verwerfungen, die die Institution, die Machtlosigkeit und der Verlust an Außenwelt einerseits, die Kontrolle und Verfügungsgewalt andererseits, an ihnen zeitigen. Pfafferott ist dabei keine unsichtbare Beobachterin, sie fragt, hört zu, fordert heraus und lässt sich ein. Ins Bild kommen dabei die Verfahren der Überwachung und Beherrschung ebenso, wie die Persönlichkeiten der „Klientinnen“ sich widerspenstig behaupten.

□ Do. 28.8. –  20.15 – fsk Kino
□ So. 31.8. – 14.30 – Sputnik Kino

Webseite der Regisseurin
Diskussionsprotokoll Duisburg

 

Sauerbruch Hutton Architekten

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D 2013, 73 Min., Regie: Harun Farocki, Kamera: Ingo Kratisch, Schnitt: Harun Farocki

Nein, das geht nicht, dieses Gelb geht gar nicht. Die Auftraggeber sind sich sicher, die Architekten ratlos. Der Vor-Ort Termin scheint eine Katastrophe zu werden. Dabei ist das international erfolgreiche Büro SAUERBRUCH HUTTON bekannt für seine farblichen Akzente bei der Fassadengestaltung. Jede Idee wird vor der weiteren Bearbeitung genauestens und immer wieder abgewogen, hinter­fragt, modi­fi­ziert. Harun Farocki hat in seinem Film mit dem üblichen kleinsten Team über mehrere Monate die Zusammenarbeit im Berliner Büro beobachtet und mag ihre Arbeiten: „Sie sind auf ökolo­gi­sche Effizienz aus und gehen mit Einfällen verschwen­de­risch um. Sie sind spie­le­risch ohne jede Belie­big­keit. Sie sind ohne jede Dogmatik der Formen­sprache der Moderne verpflichtet.“

□ Sa. 30.8. – 18:00 – fsk Kino (mit Vorfilm)
□ Di. 2.9. – 18:00 – Sputnik Kino (mit Vorfilm)

Diskussionsprotokoll Duisburg


Sauerbruch Hutton Architekten | Trailer von realeyztv

Preis des Goldes

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D/Mongolei 2012, 87 Min., Regie: Sven Zellner und Chingunjav Borkhuu, Kamera: Sven Zellner, Schnitt: Sven Zellner, Uisenma Borchu

„Ausländische Firmen haben die Schürfrechte für Gold auch in der Mongolei längst unter sich aufgeteilt. Den Menschen des Landes bleibt davon nichts. Vor zehn Jahren begannen einige Nomaden auf eigene Faust Gold zu schürfen. Heute graben 100.000 Menschen in der Mongolei illegal nach Gold.“

Lakonisch, in ruhigen Bildern, ohne Kommentar und ohne Musik erzählt der Film die nackte urkapitalistische Geschichte aufs Neue. Die beiden mit dem Auto, dem Preßlufthammer und dem Stromaggregat sind hier die Chefs. Die anderen buddeln.

□ Sa. 30.8. – 20:00 – fsk Kino
□ So. 31.8. – 16:00 – Sputnik Kino

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