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Andere Welt

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D 2013, 79 Min., Regie: Christa Pfafferott, Kamera: Eva Katharina Bühler, Schnitt: Christa Pfafferott, Anke Wiesenthal

Zäune, Tore, Mauern, Sicherheitsschleusen, Kameraüberwachung, eine Computer-gesteuerte Gesichtserkennung. Innen und außen sind hermetisch geschieden. Drinnen ist eine andere Welt. Drinnen ist eine geschlossene Klinik für forensische Psychiatrie, drinnen sind einerseits die Frauen, für die sie ein unfreiwilliges, und wenn es gut geht, vorübergehendes Zuhause ist, und jene, für die sie ein Arbeitsplatz ist. Christa Pfafferotts Film interessiert sich für beide und die Verwerfungen, die die Institution, die Machtlosigkeit und der Verlust an Außenwelt einerseits, die Kontrolle und Verfügungsgewalt andererseits, an ihnen zeitigen. Pfafferott ist dabei keine unsichtbare Beobachterin, sie fragt, hört zu, fordert heraus und lässt sich ein. Ins Bild kommen dabei die Verfahren der Überwachung und Beherrschung ebenso, wie die Persönlichkeiten der „Klientinnen“ sich widerspenstig behaupten.

□ Do. 28.8. –  20.15 – fsk Kino
□ So. 31.8. – 14.30 – Sputnik Kino

Webseite der Regisseurin
Diskussionsprotokoll Duisburg

 

Nerven Bruch Zusammen

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Österreich 2012, 94 Min., Regie, Kamera: Arash T. Riahi, Schnitt: Nela Märki

Eine Langzeitdokumentation über ein Übergangswohnheim für obdachlose Frauen. Nachdem Arash T. Riahi schon vor zehn Jahren während seines Zivildienstes die Bewohnerinnen filmte, kehrt er zurück und trifft auf alte Bekannte und neue Gesichter. Behutsam begleitet er sie in ihrem Alltag. Ein Film als Hommage an Frauen, die abseits der Gesellschaft stehen.

□ So. 31.8. – 13:30 – fsk Kino
□ Di. 2.9. – 20:00 – Sputnik Kino

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Weiß der Wind

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D 2013, 80 Min., Regie: Philipp Diettrich, Kamera: Melanie Jilg, Schnitt: Lukas Sander

Zart, fast zärtlich, beobachtet die Kamera eine junge Frau, die nach einer Zeit des Entzugs und der Therapie ihre Familie in Singwitz in der Lausitz besucht. „Der Film nimmt sich Zeit und erzählt in Schwarz-Weiß fragmentarisch von den verloren gegangenen Beziehungen innerhalb einer Familie, aber auch von der Wechselbeziehung zwischen Menschen und Landschaft. Eine Region, die dem neoliberalen Regime egal ist und sich doch in die Biografien der Bewohner*innen einschreibt. So lautet der erste Satz im Film: „Jeder ist für sich selbst verantwortlich.“ Und langsam werden die inneren Risse zwischen Selbstoptimierung und den nicht verwertbaren Möglichkeiten, die das Leben bietet, erkennbar. Aber: Alles nimmt seinen Lauf, so oder so, mit oder ohne uns.“  [Text: Dokumentarfilmwoche Hamburg]

□ Fr. 29.8. – 20:00 – Sputnik Kino  Filmgespräch mit Phillipp Diettrich im Anschluss
□ So. 31.8. – 14:30 – fsk Kino  Filmgespräch mit Phillipp Diettrich im Anschluss

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