Schlagwort-Archive: Familiengeschichten

Mein Vater und die Fledermaus

Mein Vater & die Fledermaus

D 2014, 81 Min., Regie, Kamera: Thomas Moritz Helm, Schnitt: Elena Weihe

Zwei Geschichten erzählt der Film: von einem Theater und Opern-Regisseur, der sich für einige Zeit vom Bühnenleben auf das (französische) Land zurückgezogen hat, länger als ursprünglich geplant, dort eigenhändig ein Haus renoviert, und nun für eine Inszenierung der Fledermaus für ein paar Wochen an die Hamburger Kammeroper kommt. Und die Geschichte eines langen fernen Vaters und eines Sohnes, der Fragen hat. Oswald Lipfert ist der Opern-Regisseur und Thomas Moritz Helm ist sein Sohn. Es ist ein vorsichtige Annäherung über Umwege, zwei Erwachsene, die sich durch ihre Arbeit erfahren. In geduldiger Nähe beobachtet der Sohn das Leben, dessen Versprechungen zu groß waren, um den Vater bei der Familie zu halten. Ein liebe- und humorvolles Bild einer schwierigen Beziehung.

□ Fr. 29.8. – 18:00 – Sputnik Kino  Filmgespräch mit Thomas Moritz Helm im Anschluss
□ So. 31.8. – 15:30 – fsk Kino  Filmgespräch mit Thomas Moritz Helm im Anschluss

TRAILER: MEIN VATER UND DIE FLEDERMAUS (MY FATHER AND THE BAT) from Casque on Vimeo.

Alleine Tanzen

alleine Tanzen2 © Armin Dierolf

D 2012, 98 Min., Regie: Biene Pilavci, Kamera: Armin Dierolf, Schnitt: Biene Pilavci

„Können meine vier Geschwister und ich es schaffen, nach vielen hassgeprägten Jahren und Gewaltexzessen gute Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen, wenn es schon unsere Eltern nicht konnten und deren Eltern auch nicht?“ Birnur Pilavci, die alle Biene nennen, ist von Zuhause ausgezogen, da war sie eigentlich noch ein Kind. Jetzt ist sie erwachsen und macht Filme, und diesen macht sie über ihre Familie. Pilavci setzt sich und ihre Kamera dabei als Katalysator ein, um eine längst fällige Auseinandersetzung anzuschieben zwischen ihrem Vater, der als türkischer Arbeiter nach Deutschland kam, im Knast war, und jetzt wieder in der Türkei lebt; ihrer Mutter, die sich die Ehe mit ihm nicht ausgesucht hat; ihrem Bruder und ihren drei Schwestern, die alle auf unterschiedliche Art von dem gezeichnet sind, was man Familie nennt. Es ist, bei allen Verheerungen, die dabei offengelegt werden, kein verbitterter Film: Alleine Tanzen – das beschreibt auch ein trotziges Lebensgefühl.

□ Do. 28.8. 18:00 – fsk Kino
□ Mo. 1.9. – 20;00  – Sputnik Kino – Filmgespräch mit Biene Pilavci im Anschluss

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Weiß der Wind

weiss der wind2

D 2013, 80 Min., Regie: Philipp Diettrich, Kamera: Melanie Jilg, Schnitt: Lukas Sander

Zart, fast zärtlich, beobachtet die Kamera eine junge Frau, die nach einer Zeit des Entzugs und der Therapie ihre Familie in Singwitz in der Lausitz besucht. „Der Film nimmt sich Zeit und erzählt in Schwarz-Weiß fragmentarisch von den verloren gegangenen Beziehungen innerhalb einer Familie, aber auch von der Wechselbeziehung zwischen Menschen und Landschaft. Eine Region, die dem neoliberalen Regime egal ist und sich doch in die Biografien der Bewohner*innen einschreibt. So lautet der erste Satz im Film: „Jeder ist für sich selbst verantwortlich.“ Und langsam werden die inneren Risse zwischen Selbstoptimierung und den nicht verwertbaren Möglichkeiten, die das Leben bietet, erkennbar. Aber: Alles nimmt seinen Lauf, so oder so, mit oder ohne uns.“  [Text: Dokumentarfilmwoche Hamburg]

□ Fr. 29.8. – 20:00 – Sputnik Kino  Filmgespräch mit Phillipp Diettrich im Anschluss
□ So. 31.8. – 14:30 – fsk Kino  Filmgespräch mit Phillipp Diettrich im Anschluss

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Dılım Dönmüyor – Meine Zunge dreht sich nicht

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D 2013, 92 Min., Regie, Kamera: Serpil Turhan, Schnitt: Eva Hartmann

Ein liebevoller und einfühlsamer Film über Herkunft, Migration und kulturelle Zugehörigkeit. Den seit 1973 in Berlin lebenden Eltern und den in Berlin und Istanbul lebenden Großeltern der Filmemacherin Serpil Turhan fällt es unterschiedlich leicht, über die vergangenen 40 Jahre zu sprechen, das Geschehene so einzuordnen und so zu verpacken, dass alle Beteiligten gut damit weiterleben können. DİLİM DÖNMÜYOR erzählt in Fragmenten aus dem Leben dreier Generationen, von der schmerzhaften Trennung der Familie und dem Verschwinden ihrer kurdischen Identität.

□ Sa. 30.8. – 17:00 – Sputnik Kino Filmgespräch mit Serpil Turhan im Anschluss
□ Di. 2.9. – 20:00 – fsk Kino  Filmgespräch mit Serpil Turhan im Anschluss

Diskussionsprotokoll Duisburg


DILIM DÖNMÜYOR de Serpil Turhan – Compétition… von Cinema_du_Reel