Schlagwort-Archive: Migration

Neuland

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Schweiz 2013, 92 Min., Regie: Anna Thommen, Kamera: Gabriela Betschart, Schnitt: Andreas Arnheiter, Anna Thommen

Sie kommen aus Afghanistan, aus Serbien oder aus Venezuela, sie kamen mit einem Linienflug, oder einem Schlauchboot über das Mittelmeer, sie kamen mit den Eltern, mit Geschwistern und – gar nicht so selten – alleine. Jetzt sind sie in Basel, in der Schweiz, zusammen in einer Klasse, in der sie Deutsch (beziehungsweise – um der Integration willen: Schwyzerdütsch) lernen sollen. Herr Zingg wird in dieser „Integrationsklasse“ für zwei Jahre ihr Lehrer sein. Die Regisseurin Anna Thommen hat während dieser Zeit die Geflohenen bei ihrem Bemühen, Fuß zu fassen, porträtiert und dem Lehrer bei der Arbeit zugesehen. Idealistisch und pragmatisch, immer wieder bemüht, mal vorausschauend, mal hilflos, Umgang zu finden mit dem, was nicht vorm Schultor halt macht: Die Realitäten der Flucht und ihrer Gründe, die Narben, die sie hinterlassen, und nicht zuletzt, dass die großzügige liberale Rede davon, nach der jeder es schaffen kann, wenn sie sich nur mühen, der Realität gerade nicht entspricht.

□ Sa. 30.8. – 15:30 – Sputnik Kino
□ Mi. 3.9. – 20:00 – fsk Kino

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Ich liebe dich

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Türkei/Deutschland 2012, 74 Min., OmU, Regie: Emine Emel Balcı, Kamera: Murat Tuncel, Schnitt: Emine Emel Balcı, Ayhan Hacıfazlıoglu

Gemäß des deutschen Zuwanderungsgesetzes wird Türkinnen und Türken eine Aufenthaltsgenehmigung nur dann erteilt, wenn der oder die BewerberIn ausreichende Deutschkenntnisse nachweisen kann.

In beobachtenden Bildern zeichnet Regisseurin Emine Balci ein Porträt von jungen kurdischen Frauen, die deshalb wieder die Schulbank drücken. Sie wohnen bei ihren Eltern oder Schwiegereltern und möchten ihren in Deutschland arbeitenden Männern folgen. Sie geben Freundschaften und Bindungen auf, ohne zu wissen, was sie in der neuen Heimat erwartet, und viele kennen auch den Mann, mit dem sie leben werden, nur unzureichend.

□ So. 31.8. – 18:00 – Sputnik Kino
□ Mi. 3.9. – 18:00 – fsk Kino

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ICH LIEBE DICH de Emine Emel BALCI from CMCA on Vimeo.

Ödland – Damit keiner das so mitbemerkt

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D 2013, 79 Min., Regie: Anne Kodura, Kamera und Schnitt: Friede Clausz

Der Film erzählt in leuchtendem Schwarz-Weiß wie Muhammad, Mustafa und Aya und einige andere Kinder ihre Sommerferien verbringen. Sie kamen vor vielen Jahren mit ihren Müttern aus Kriegsgebieten nach Deutschland und wurden hier in einer alten Kaserne, umgeben von Äckern und Wäldern, untergebracht. Konsequent nimmt der Film die Perspektive der Kinder ein und erzählt fast beiläufig von der schwierigen Situation, in der sie leben. Eltern kommen im Bild gar nicht und auf der Tonspur nur ganz selten vor.

□ So. 31.8. – 20:00 – Sputnik Kino  Filmgespräch mit Anne Kodura im Anschluss
□ Mo. 1.9. – 18:00 – fsk Kino  Filmgespräch mit Anne Kodura im Anschluss

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Dılım Dönmüyor – Meine Zunge dreht sich nicht

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D 2013, 92 Min., Regie, Kamera: Serpil Turhan, Schnitt: Eva Hartmann

Ein liebevoller und einfühlsamer Film über Herkunft, Migration und kulturelle Zugehörigkeit. Den seit 1973 in Berlin lebenden Eltern und den in Berlin und Istanbul lebenden Großeltern der Filmemacherin Serpil Turhan fällt es unterschiedlich leicht, über die vergangenen 40 Jahre zu sprechen, das Geschehene so einzuordnen und so zu verpacken, dass alle Beteiligten gut damit weiterleben können. DİLİM DÖNMÜYOR erzählt in Fragmenten aus dem Leben dreier Generationen, von der schmerzhaften Trennung der Familie und dem Verschwinden ihrer kurdischen Identität.

□ Sa. 30.8. – 17:00 – Sputnik Kino Filmgespräch mit Serpil Turhan im Anschluss
□ Di. 2.9. – 20:00 – fsk Kino  Filmgespräch mit Serpil Turhan im Anschluss

Diskussionsprotokoll Duisburg


DILIM DÖNMÜYOR de Serpil Turhan – Compétition… von Cinema_du_Reel

 

Zuwandern

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D 2014, 81Min., Regie: Sabine Herpich, Diana Botescu, Kamera: Sabine Herpich, Florian Lampersberger, Schnitt: Maja Tennstedt

Mit „Zuwandern“ werfen Sabine Herpich und Diana Botescu einen genauen, vorurteilsfreien und mitfühlenden Blick auf den Alltag einer rumänischen Familie, die auf der Suche nach einem besseren Leben nach Deutschland kam.
Neun Monate lang begleiteten die Filmemacherinnen die Familie durch Amtsstuben und Institutionen bei der beschwerlichen Suche nach einem möglichen Leben. Wir besuchen sie zu Hause, gehen mit der Mutter zur Arbeit und sehen Vater und Sohn beim Pfandflaschensammeln.

□ Fr. 29.8. – 20:00 – fsk Kino  Filmgespräch mit Sabine Herpich im Anschluss
□ Mi. 3.9. – 18:00 – Sputnik Kino Filmgespräch mit Sabine Herpich im Anschluss

Volksbühne