Archiv der Kategorie: 2014

Neuland

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Schweiz 2013, 92 Min., Regie: Anna Thommen, Kamera: Gabriela Betschart, Schnitt: Andreas Arnheiter, Anna Thommen

Sie kommen aus Afghanistan, aus Serbien oder aus Venezuela, sie kamen mit einem Linienflug, oder einem Schlauchboot über das Mittelmeer, sie kamen mit den Eltern, mit Geschwistern und – gar nicht so selten – alleine. Jetzt sind sie in Basel, in der Schweiz, zusammen in einer Klasse, in der sie Deutsch (beziehungsweise – um der Integration willen: Schwyzerdütsch) lernen sollen. Herr Zingg wird in dieser „Integrationsklasse“ für zwei Jahre ihr Lehrer sein. Die Regisseurin Anna Thommen hat während dieser Zeit die Geflohenen bei ihrem Bemühen, Fuß zu fassen, porträtiert und dem Lehrer bei der Arbeit zugesehen. Idealistisch und pragmatisch, immer wieder bemüht, mal vorausschauend, mal hilflos, Umgang zu finden mit dem, was nicht vorm Schultor halt macht: Die Realitäten der Flucht und ihrer Gründe, die Narben, die sie hinterlassen, und nicht zuletzt, dass die großzügige liberale Rede davon, nach der jeder es schaffen kann, wenn sie sich nur mühen, der Realität gerade nicht entspricht.

□ Sa. 30.8. – 15:30 – Sputnik Kino
□ Mi. 3.9. – 20:00 – fsk Kino

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Mein Vater und die Fledermaus

Mein Vater & die Fledermaus

D 2014, 81 Min., Regie, Kamera: Thomas Moritz Helm, Schnitt: Elena Weihe

Zwei Geschichten erzählt der Film: von einem Theater und Opern-Regisseur, der sich für einige Zeit vom Bühnenleben auf das (französische) Land zurückgezogen hat, länger als ursprünglich geplant, dort eigenhändig ein Haus renoviert, und nun für eine Inszenierung der Fledermaus für ein paar Wochen an die Hamburger Kammeroper kommt. Und die Geschichte eines langen fernen Vaters und eines Sohnes, der Fragen hat. Oswald Lipfert ist der Opern-Regisseur und Thomas Moritz Helm ist sein Sohn. Es ist ein vorsichtige Annäherung über Umwege, zwei Erwachsene, die sich durch ihre Arbeit erfahren. In geduldiger Nähe beobachtet der Sohn das Leben, dessen Versprechungen zu groß waren, um den Vater bei der Familie zu halten. Ein liebe- und humorvolles Bild einer schwierigen Beziehung.

□ Fr. 29.8. – 18:00 – Sputnik Kino  Filmgespräch mit Thomas Moritz Helm im Anschluss
□ So. 31.8. – 15:30 – fsk Kino  Filmgespräch mit Thomas Moritz Helm im Anschluss

TRAILER: MEIN VATER UND DIE FLEDERMAUS (MY FATHER AND THE BAT) from Casque on Vimeo.

Journey to the West

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Frankreich / Taiwan 2013, 56 Min, Regie: Tsai Ming-liang, Darsteller: Lee Kang-sheng, Denis Lavant, Kamera: Antoine Heberlé, Schnitt: Lei Shen Qing

Ein Mönch (Lee Kang-sheng) geht sehr, sehr – fast schon schmerzlich – langsam, achtsam und mit großer Konzentration durch Marseille, manchmal in Begleitung von Denis Lavant. Mal kann man das sich verändernde Licht, das Vorbeihuschen der Passanten (als würden gerade zwei Filme in einem Bild gezeigt) bestaunen, dann wieder muss der Mönch und seine Ruhe in der wuseligen Umgebung geradezu gesucht werden.

Eigentlich eine Mogelpackung in einer Dokumentarfilmreihe: Der Film ist durchweg inszeniert, kann aber auch als abgefilmte Performance gesehen werden. Jedenfalls eine Gelegenheit, den seltsamen, tollen Film gleich zweimal zeigen zu können.

□ So. 31.8. – 18:00 – fsk Kino
□ Mo. 1.9. – 20:00 – fsk Kino

Berlinale

Alleine Tanzen

alleine Tanzen2 © Armin Dierolf

D 2012, 98 Min., Regie: Biene Pilavci, Kamera: Armin Dierolf, Schnitt: Biene Pilavci

„Können meine vier Geschwister und ich es schaffen, nach vielen hassgeprägten Jahren und Gewaltexzessen gute Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen, wenn es schon unsere Eltern nicht konnten und deren Eltern auch nicht?“ Birnur Pilavci, die alle Biene nennen, ist von Zuhause ausgezogen, da war sie eigentlich noch ein Kind. Jetzt ist sie erwachsen und macht Filme, und diesen macht sie über ihre Familie. Pilavci setzt sich und ihre Kamera dabei als Katalysator ein, um eine längst fällige Auseinandersetzung anzuschieben zwischen ihrem Vater, der als türkischer Arbeiter nach Deutschland kam, im Knast war, und jetzt wieder in der Türkei lebt; ihrer Mutter, die sich die Ehe mit ihm nicht ausgesucht hat; ihrem Bruder und ihren drei Schwestern, die alle auf unterschiedliche Art von dem gezeichnet sind, was man Familie nennt. Es ist, bei allen Verheerungen, die dabei offengelegt werden, kein verbitterter Film: Alleine Tanzen – das beschreibt auch ein trotziges Lebensgefühl.

□ Do. 28.8. 18:00 – fsk Kino
□ Mo. 1.9. – 20;00  – Sputnik Kino – Filmgespräch mit Biene Pilavci im Anschluss

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Ich liebe dich

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Türkei/Deutschland 2012, 74 Min., OmU, Regie: Emine Emel Balcı, Kamera: Murat Tuncel, Schnitt: Emine Emel Balcı, Ayhan Hacıfazlıoglu

Gemäß des deutschen Zuwanderungsgesetzes wird Türkinnen und Türken eine Aufenthaltsgenehmigung nur dann erteilt, wenn der oder die BewerberIn ausreichende Deutschkenntnisse nachweisen kann.

In beobachtenden Bildern zeichnet Regisseurin Emine Balci ein Porträt von jungen kurdischen Frauen, die deshalb wieder die Schulbank drücken. Sie wohnen bei ihren Eltern oder Schwiegereltern und möchten ihren in Deutschland arbeitenden Männern folgen. Sie geben Freundschaften und Bindungen auf, ohne zu wissen, was sie in der neuen Heimat erwartet, und viele kennen auch den Mann, mit dem sie leben werden, nur unzureichend.

□ So. 31.8. – 18:00 – Sputnik Kino
□ Mi. 3.9. – 18:00 – fsk Kino

Webseite

ICH LIEBE DICH de Emine Emel BALCI from CMCA on Vimeo.

Andere Welt

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D 2013, 79 Min., Regie: Christa Pfafferott, Kamera: Eva Katharina Bühler, Schnitt: Christa Pfafferott, Anke Wiesenthal

Zäune, Tore, Mauern, Sicherheitsschleusen, Kameraüberwachung, eine Computer-gesteuerte Gesichtserkennung. Innen und außen sind hermetisch geschieden. Drinnen ist eine andere Welt. Drinnen ist eine geschlossene Klinik für forensische Psychiatrie, drinnen sind einerseits die Frauen, für die sie ein unfreiwilliges, und wenn es gut geht, vorübergehendes Zuhause ist, und jene, für die sie ein Arbeitsplatz ist. Christa Pfafferotts Film interessiert sich für beide und die Verwerfungen, die die Institution, die Machtlosigkeit und der Verlust an Außenwelt einerseits, die Kontrolle und Verfügungsgewalt andererseits, an ihnen zeitigen. Pfafferott ist dabei keine unsichtbare Beobachterin, sie fragt, hört zu, fordert heraus und lässt sich ein. Ins Bild kommen dabei die Verfahren der Überwachung und Beherrschung ebenso, wie die Persönlichkeiten der „Klientinnen“ sich widerspenstig behaupten.

□ Do. 28.8. –  20.15 – fsk Kino
□ So. 31.8. – 14.30 – Sputnik Kino

Webseite der Regisseurin
Diskussionsprotokoll Duisburg

 

 Sickfuckpeople

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Österreich/Ukraine 2012, 75 Min., OmU, Regie: Juri Rechinsky, Kamera: Alex Zaporoshchenko, Serhiy Stetsenko, Schnitt: Juri Rechinsky

Das dokumentarische Triptychon beobachtet eine Gruppe von obdachlosen, stark drogenabhängigen Kindern, die in einem Keller in Odessa Unterschlupf gefunden haben. Auf dem Weg zum Erwachsenwerden versuchen sie, einen Weg aus diesem Nichts zu finden. Ein Heranwachsender macht sich auf die schwierige Suche nach seiner Mutter. Ein Mädchen möchte trotz allem ihr Ungeborenes zur Welt bringen. Der Film findet aus der reinen und sehr brutal wirkenden Beobachtung im ersten Teil zu einer mitfühlend-begleitenden Haltung im zweiten und dritten Teil.

□ Sa. 30.8. – 20:00 – Sputnik Kino
□ So. 31.8. – 16:15 – fsk Kino

Webseite

Sickfuckpeople Trailer from Novotny on Vimeo.

Nerven Bruch Zusammen

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Österreich 2012, 94 Min., Regie, Kamera: Arash T. Riahi, Schnitt: Nela Märki

Eine Langzeitdokumentation über ein Übergangswohnheim für obdachlose Frauen. Nachdem Arash T. Riahi schon vor zehn Jahren während seines Zivildienstes die Bewohnerinnen filmte, kehrt er zurück und trifft auf alte Bekannte und neue Gesichter. Behutsam begleitet er sie in ihrem Alltag. Ein Film als Hommage an Frauen, die abseits der Gesellschaft stehen.

□ So. 31.8. – 13:30 – fsk Kino
□ Di. 2.9. – 20:00 – Sputnik Kino

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Wo der Wind so kalt weht

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D 2013, 80 Min., Regie, Kamera: Janina Jung, Schnitt: Quimu Casalprim i Suárez

Sehr genau arbeitet Janina Jung heraus, wie grundlegend sich in den letzten dreißig, vierzig Jahren in ihrem Heimatdorf Emmerichenhain im Westerwald die Beziehungen der Menschen untereinander verändert haben. Man spürt wie fragil, widersprüchlich, fast unhaltbar die Konstruktion von Heimat ist und vielleicht immer schon war. Ist es der fehlende Dorftratsch, sind es die selten gewordenen gemeinsamen Feste, ist es die zusammengebrochene Infrastruktur (fehlende Ärzte, Schulen und Geschäfte), woran sich der Wandel festmachen lässt? Sind es die Zugewanderten, ist es die finanzielle Unabhängigkeit der Jungen von den Alten, die eine spürbare Vereinzelung und Entsolidarisierung der Gemeinschaft mit sich brachten? Am Ende entsteht ein vielschichtiges Stimmungsbild der deutschen Provinz im Jahr 2013.

□ Di. 2.9. – 18:00 – fsk Kino
□ Mi. 3.9. – 20:00 – Sputnik Kino 

Sauerbruch Hutton Architekten

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D 2013, 73 Min., Regie: Harun Farocki, Kamera: Ingo Kratisch, Schnitt: Harun Farocki

Nein, das geht nicht, dieses Gelb geht gar nicht. Die Auftraggeber sind sich sicher, die Architekten ratlos. Der Vor-Ort Termin scheint eine Katastrophe zu werden. Dabei ist das international erfolgreiche Büro SAUERBRUCH HUTTON bekannt für seine farblichen Akzente bei der Fassadengestaltung. Jede Idee wird vor der weiteren Bearbeitung genauestens und immer wieder abgewogen, hinter­fragt, modi­fi­ziert. Harun Farocki hat in seinem Film mit dem üblichen kleinsten Team über mehrere Monate die Zusammenarbeit im Berliner Büro beobachtet und mag ihre Arbeiten: „Sie sind auf ökolo­gi­sche Effizienz aus und gehen mit Einfällen verschwen­de­risch um. Sie sind spie­le­risch ohne jede Belie­big­keit. Sie sind ohne jede Dogmatik der Formen­sprache der Moderne verpflichtet.“

□ Sa. 30.8. – 18:00 – fsk Kino (mit Vorfilm)
□ Di. 2.9. – 18:00 – Sputnik Kino (mit Vorfilm)

Diskussionsprotokoll Duisburg


Sauerbruch Hutton Architekten | Trailer von realeyztv

 

Weiß der Wind

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D 2013, 80 Min., Regie: Philipp Diettrich, Kamera: Melanie Jilg, Schnitt: Lukas Sander

Zart, fast zärtlich, beobachtet die Kamera eine junge Frau, die nach einer Zeit des Entzugs und der Therapie ihre Familie in Singwitz in der Lausitz besucht. „Der Film nimmt sich Zeit und erzählt in Schwarz-Weiß fragmentarisch von den verloren gegangenen Beziehungen innerhalb einer Familie, aber auch von der Wechselbeziehung zwischen Menschen und Landschaft. Eine Region, die dem neoliberalen Regime egal ist und sich doch in die Biografien der Bewohner*innen einschreibt. So lautet der erste Satz im Film: „Jeder ist für sich selbst verantwortlich.“ Und langsam werden die inneren Risse zwischen Selbstoptimierung und den nicht verwertbaren Möglichkeiten, die das Leben bietet, erkennbar. Aber: Alles nimmt seinen Lauf, so oder so, mit oder ohne uns.“  [Text: Dokumentarfilmwoche Hamburg]

□ Fr. 29.8. – 20:00 – Sputnik Kino  Filmgespräch mit Phillipp Diettrich im Anschluss
□ So. 31.8. – 14:30 – fsk Kino  Filmgespräch mit Phillipp Diettrich im Anschluss

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nebel

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D 2014, 60 Min., Regie: Nicole Vögele, Kamera: Stefan Sick, Schnitt: Hannes Bruun

Am Anfang ist die Leinwand eine weiße Fläche, undurchdringlich. Erst langsam lichtet sich, was als Nebel erkennbar wird, Umrisse lassen sich erahnen, es formt sich ein Bild. Ein Musiker sucht die große Liebe, erfolglos bisher, und macht darüber Lieder. Eine Pudelzüchterin stylt ihre Wettbewerbskandidaten, ein Kapitän steuert über den Bodensee und muss alle 30 Sekunden die Totermann-Schaltung betätigen, eine Menschenmasse verliert sich im stampfenden Rhythmus eines postindustriellen Clubs. Nicole Vögele fügt in ihrem vignettenartig strukturierten Essay Portrait-Miniaturen, durch knappe, lakonische Texttafeln kontextualisiert, zu einem größeren Portrait zusammen, weniger eine Stimmung als eine Bewegung: Menschen bei sich und auf der Suche nach anderen, bei der Arbeit und bei ihren Leidenschaften. Bis sich am Ende wieder alles im Nebel verliert.

□ Do. 28.8. – 20:00 – Sputnik Kino
□ So. 31.8. – 13:00 – fsk Kino

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Fahrtwind – Aufzeichnungen einer Reisenden

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Österreich 2013, 82 Min., Regie, Kamera: Bernadette Weigel, Schnitt: Alexandra Schneider

Aufzeichnungen einer Reisenden heißt der Film im Untertitel, das ist so präzise wie offen. Offen und präzise ist auch der Film selbst: Bernadette Weigel bricht von Wien aus auf, ostwärts: entlang der Donau, nach Bukarest, nach Odessa und weiter über’s Meer. Bilder der Bewegung, Begegnungen unterwegs, Monumente und Alltag und immer wieder: Füße in Bewegung. Gedreht hat Weigel auf Super 8, und erweist damit zugleich ein paar Jahrzehnten Amateurreisefilmen,  wie auch den Tagebuchfilmen der Nachkriegsavantgarde ihre Referenz. So singt der Film seine eigene Melodie. Ohne Interviews und erklärende Kommentare, nicht einmal Untertitel braucht er dazu. Das gilt, ganz direkt, auch für den Soundtrack, der die gesammelten O-Töne, Geräusche, Tonkulissen und Lieder zu einem Anderswo des Unterwegsseins verwebt. Ein Kaleidoskop am Wegesrand aufgelesener Momente, verdichtet zu einem Lied auf die Lust am Reisen und auf die Lust am Kino. (Großer Preis Dokumentarfilm bei der Diagonale 2013)

□ Fr. 29.8. – 18:00 – fsk Kino
□ Mo. 1.9. – 18:00 – Sputnik Kino

Webseite

Trailer FAHRTWIND – AUFZEICHNUNGEN EINER REISENDEN von Bernadette Weigel (A 2013) from Stadtkino Filmverleih on Vimeo.

Kreuzberg von oben

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Dies ist ein Hörspiel von Lorenz Rollhäuser. Länge: 50 Minuten.

Sein Image als rebellischer, linker Berliner Stadtteil pflegt Kreuzberg mit Erfolg. Doch mit den steigenden Immobilienpreisen hält das Bürgertum Einzug. Und der Autor sitzt zwischen allen Stühlen. Bisher lebte er eher bescheiden. Um Geld ging es ihm nicht. Doch dann erbte er. Obwohl er immer der Meinung war, dass erben an sich ungerecht ist. Er kaufte sich eine große Wohnung, und nun schaut er auf seinen Kiez herab, den sich immer weniger Menschen leisten können. Und er stellt sich Fragen: Wer bin ich jetzt? Darf ich mein unverdientes Privileg einfach genießen? Oder schulde ich etwas? Er sucht Antworten und findet neue Fragen.

□ Do. 28.8. – 21:30 – Sputnik – Kinobar  Gespräch mit Lorenz Rollhäuser
□ So. 31.8. – 20:00 – fsk Kino Gespräch mit Lorenz Rollhäuser im Anschluss

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Preis des Goldes

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D/Mongolei 2012, 87 Min., Regie: Sven Zellner und Chingunjav Borkhuu, Kamera: Sven Zellner, Schnitt: Sven Zellner, Uisenma Borchu

„Ausländische Firmen haben die Schürfrechte für Gold auch in der Mongolei längst unter sich aufgeteilt. Den Menschen des Landes bleibt davon nichts. Vor zehn Jahren begannen einige Nomaden auf eigene Faust Gold zu schürfen. Heute graben 100.000 Menschen in der Mongolei illegal nach Gold.“

Lakonisch, in ruhigen Bildern, ohne Kommentar und ohne Musik erzählt der Film die nackte urkapitalistische Geschichte aufs Neue. Die beiden mit dem Auto, dem Preßlufthammer und dem Stromaggregat sind hier die Chefs. Die anderen buddeln.

□ Sa. 30.8. – 20:00 – fsk Kino
□ So. 31.8. – 16:00 – Sputnik Kino

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Ödland – Damit keiner das so mitbemerkt

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D 2013, 79 Min., Regie: Anne Kodura, Kamera und Schnitt: Friede Clausz

Der Film erzählt in leuchtendem Schwarz-Weiß wie Muhammad, Mustafa und Aya und einige andere Kinder ihre Sommerferien verbringen. Sie kamen vor vielen Jahren mit ihren Müttern aus Kriegsgebieten nach Deutschland und wurden hier in einer alten Kaserne, umgeben von Äckern und Wäldern, untergebracht. Konsequent nimmt der Film die Perspektive der Kinder ein und erzählt fast beiläufig von der schwierigen Situation, in der sie leben. Eltern kommen im Bild gar nicht und auf der Tonspur nur ganz selten vor.

□ So. 31.8. – 20:00 – Sputnik Kino  Filmgespräch mit Anne Kodura im Anschluss
□ Mo. 1.9. – 18:00 – fsk Kino  Filmgespräch mit Anne Kodura im Anschluss

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Dılım Dönmüyor – Meine Zunge dreht sich nicht

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D 2013, 92 Min., Regie, Kamera: Serpil Turhan, Schnitt: Eva Hartmann

Ein liebevoller und einfühlsamer Film über Herkunft, Migration und kulturelle Zugehörigkeit. Den seit 1973 in Berlin lebenden Eltern und den in Berlin und Istanbul lebenden Großeltern der Filmemacherin Serpil Turhan fällt es unterschiedlich leicht, über die vergangenen 40 Jahre zu sprechen, das Geschehene so einzuordnen und so zu verpacken, dass alle Beteiligten gut damit weiterleben können. DİLİM DÖNMÜYOR erzählt in Fragmenten aus dem Leben dreier Generationen, von der schmerzhaften Trennung der Familie und dem Verschwinden ihrer kurdischen Identität.

□ Sa. 30.8. – 17:00 – Sputnik Kino Filmgespräch mit Serpil Turhan im Anschluss
□ Di. 2.9. – 20:00 – fsk Kino  Filmgespräch mit Serpil Turhan im Anschluss

Diskussionsprotokoll Duisburg


DILIM DÖNMÜYOR de Serpil Turhan – Compétition… von Cinema_du_Reel

 

Zuwandern

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D 2014, 81Min., Regie: Sabine Herpich, Diana Botescu, Kamera: Sabine Herpich, Florian Lampersberger, Schnitt: Maja Tennstedt

Mit „Zuwandern“ werfen Sabine Herpich und Diana Botescu einen genauen, vorurteilsfreien und mitfühlenden Blick auf den Alltag einer rumänischen Familie, die auf der Suche nach einem besseren Leben nach Deutschland kam.
Neun Monate lang begleiteten die Filmemacherinnen die Familie durch Amtsstuben und Institutionen bei der beschwerlichen Suche nach einem möglichen Leben. Wir besuchen sie zu Hause, gehen mit der Mutter zur Arbeit und sehen Vater und Sohn beim Pfandflaschensammeln.

□ Fr. 29.8. – 20:00 – fsk Kino  Filmgespräch mit Sabine Herpich im Anschluss
□ Mi. 3.9. – 18:00 – Sputnik Kino Filmgespräch mit Sabine Herpich im Anschluss

Volksbühne